Der Kinderkönig, ein Gruß aus Santander und ein Datum, das nicht passt: Alfonso XIII. auf dem Weg zu den Cortes 1899
Ich schätze keine Preise. Ich schätze die Arbeit der Sammler.
Ein Junge blickt aus dem Fenster einer prunkvollen Kutsche. Er trägt eine Mütze mit hellem Band und wirkt fast beiläufig, obwohl er gerade zu einem Staatsakt fährt. Der Bildtitel verrät, wer er ist: „S. M. EL REY DON ALFONSO XIII DIRIGIENDOSE Á LA APERTURA DE LAS CORTES 1899“. Seine Majestät König Alfonso XIII. auf dem Weg zur Eröffnung des spanischen Parlaments.
Die schwarz-weiße Ansichtskarte stammt aus dem Madrider Verlag Hauser y Menet, das Foto von A. Cánovas. Doch sie erzählt mehr als Hofgeschichte. Rechts neben dem Bild steht ein kurzer Gruß in französischer Sprache, unterzeichnet von „Robert“. Er meldet sich aus Santander, so gut wie genesen. Die Karte ging von dort über das Mittelmeer nach Oran im damals französischen Algerien.
Ein Detail lässt mich dabei nicht los: Robert datiert seinen Gruß auf den „16 mai“. Der Aufgabestempel zeigt aber nach Lesung den 15. Mai 1901. Diesen Widerspruch löse ich in diesem Beitrag bewusst nicht auf. Stattdessen trenne ich, wie in meinen bisherigen Kartenporträts, was auf der Karte steht, was gut zusammenpasst und was offenbleibt.

Bildseite: Die schwarz-weiße Aufnahme mit dem Vermerk „A. CÁNOVAS, FOT.“ zeigt den jungen König Alfonso XIII. auf dem Weg zur Eröffnung des spanischen Parlaments. Er blickt aus dem Fenster einer reich verzierten Prunkkutsche. Auf dem Kutschbock liegt eine bestickte Decke mit gekröntem Wappen. Rechts neben dem Foto steht ein kurzer Gruß in französischer Sprache. Er ist datiert „Santander, 16 mai“ und mit „Robert“ unterzeichnet. Robert meldet seine Ankunft in Santander, „so gut wie genesen“, und fragt nach der Familie.
Anschriftseite: Die ungeteilte Rückseite trägt den hellblauen Vordruck „TARJETA POSTAL / UNIÓN POSTAL UNIVERSAL / ESPAÑA“. Adressiert ist die Karte an Madame Barthal, à Miramar Villa Rossi, Oran, Algérie. Frankiert ist sie mit einer roten spanischen Freimarke zu 10 Céntimos. Der Aufgabestempel aus Santander lautet nach Lesung „15 MAY 1901“. Ein Ankunftsstempel „ORAN“ mit der Tagesangabe „18“ schließt den Postweg ab.
Offen: Die Mitteilung trägt das Datum „16 mai“, der Aufgabestempel nach Lesung aber den 15. Mai. Ob ein Schreibfehler, eine Vorausdatierung, ein Stempelfehler oder eine abweichende Lesung dahintersteckt, lässt sich anhand der Karte nicht klären. Ebenfalls ohne Gewähr sind die Lesung von Handschrift und Namen, die Markenausgabe und die Zuordnung des Fotografen.
Hinweis: Die Beschreibung dient der Einordnung des Stücks. Eine Wertschätzung oder Preisangabe ist damit nicht verbunden.
Die Karte auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Motiv | König Alfonso XIII. als Junge in der königlichen Prunkkutsche, auf dem Weg zur Eröffnung der Cortes |
| Bildtitel | „S. M. EL REY DON ALFONSO XIII DIRIGIENDOSE Á LA APERTURA DE LAS CORTES 1899“ |
| Fotograf | „A. CÁNOVAS, FOT.“ |
| Nummer | „586“; ob Bild- oder Seriennummer, ist offen |
| Verlag | „HAUSER Y MENET. – MADRID“ |
| Ausführung | Schwarz-weiß, Querformat; Mitteilung auf der Bildseite |
| Rückseite | Ungeteilt, hellblauer Vordruck „TARJETA POSTAL / UNIÓN POSTAL UNIVERSAL / ESPAÑA“ |
| Mitteilung | Französisch, dunkle Tinte, datiert „Santander, 16 mai“, unterzeichnet „Robert“ |
| Empfängerin | Madame Barthal, à Miramar Villa Rossi, Oran, Algérie |
| Frankatur | Spanische Freimarke, 10 Céntimos, rot, mit Königsporträt |
| Stempel | Aufgabe Santander „15 MAY 1901“ (nach Lesung); Ankunft „ORAN“ mit Tagesangabe „18“ |
| Zustand | Gelaufen, Schrift gut lesbar, Karton beige bis hellbraun getönt, leichte Flecken, altersübliche Gebrauchsspuren |
Das Motiv: der Kinderkönig auf dem Weg zum Parlament
Eine Kutsche als Bühne
Die Aufnahme zeigt die Prunkkutsche leicht schräg von der Seite, in Fahrtrichtung nach rechts. Sie füllt den linken und mittleren Teil der Karte. Der Hintergrund bleibt weich und unscharf. So richtet sich der Blick ganz auf Wagen und Insassen.
Die Kutsche ist ein Stück höfischer Wagenbaukunst:
- große Speichenräder aus Holz
- reiches Schnitzwerk mit Voluten am unteren Rahmen
- Fransenbehang entlang der Unterkante des Wagenkastens
- ein Kutschbock rechts, verhüllt von einer dunklen, bestickten Decke
- in der Mitte der Decke ein gekröntes Wappen mit Blütenornamenten und schweren Quasten
Einem bestimmten Wagen oder Wappenstück aus den königlichen Sammlungen ordne ich das Gezeigte nicht zu. Dafür reichen Bildausschnitt und Scan nicht aus.
Der Blick aus dem Fenster
Durch das offene Fenster schaut der junge König nach links aus dem Bild. Gerade dieser Blick macht die Aufnahme lebendig. Sie zeigt den Monarchen nicht als ferne Herrscherfigur, sondern als Jungen in einer feierlichen Rolle.
Die Fahrt zur Eröffnung der Cortes war ein Staatsakt, bei dem sich die Krone dem Volk zeigte. Die Ansichtskarte machte diesen Moment für jedermann sammelbar und versendbar. Ein Stück Hofzeremoniell für zehn Céntimos Porto, sozusagen.
Hauser y Menet: Pioniere der spanischen Ansichtskarte
Der Verlag wurde nach gängigen Angaben um 1890 in Madrid von den Schweizern Oscar Hauser und Adolfo Menet gegründet. Er gilt als Pionier der Ansichtskarte in Spanien und arbeitete im hochwertigen Lichtdruckverfahren, der Fototypie. Bekannt ist vor allem die nummerierte „Serie General“ mit Ansichten aus ganz Spanien. Motive des Königshauses gehören zu den gesuchten Themen dieses Verlags.
Gründungsjahr und Firmengeschichte gebe ich nicht verbindlich an. Auch ob die „586“ auf dieser Karte eine Bild- oder eine Seriennummer ist, bleibt offen. Das genaue Druckverfahren dieses Exemplars bestimme ich am Scan nicht.
A. Cánovas – wer steckt hinter dem Fotovermerk?
Hinter „A. Cánovas“ steht nach gängigen Angaben Antonio Cánovas y Vallejo, bekannt unter dem Künstlernamen „Kaulak“. Er war ein Neffe des Politikers Antonio Cánovas del Castillo und zählte um 1900 zu den bedeutendsten Porträtfotografen Madrids.
Die Zuordnung liegt nahe. Auf der Karte selbst ist sie aber nicht belegt. Dort steht nur „A. CÁNOVAS, FOT.“.
Die Mitteilung: ein Lebenszeichen aus Santander
Der Text
Die Mitteilung steht in dunkler Tinte und Schreibschrift rechts neben dem Foto. Das war typisch für Karten mit ungeteilter Rückseite: Die Rückseite blieb der Anschrift vorbehalten, der Gruß musste auf die Bildseite. Nach meiner Lesung lautet der Text:
„Santander, 16 mai. Arrivé aujourd’hui Santander à peu près guéri. Comment allez-vous tous ? Bonnes nouvelles de papa ? Mille baisers à vous deux. Robert“
Sinngemäß übersetzt:
„Santander, 16. Mai. Heute in Santander angekommen, so gut wie genesen. Wie geht es euch allen? Gute Nachrichten von Papa? Tausend Küsse an euch beide. Robert“
Die Lesung ist weitgehend, aber nicht in jedem Wort gesichert.
Wenige Zeilen, viele Andeutungen
Robert war offenbar krank gewesen und befand sich auf Reisen. Woran er litt, verrät die Karte nicht. Die Frage nach dem Vater lässt vermuten, dass auch dieser gesundheitliche Sorgen hatte oder ebenfalls unterwegs war. Belegt ist das nicht.
Auffällig ist der Schluss: „à vous deux“ richtet sich an zwei Personen, obwohl nur Madame Barthal in der Anschrift steht. Die vertraute Anrede und die „tausend Küsse“ sprechen für eine enge familiäre Bindung. Vielleicht schrieb ein Sohn an seine Mutter. Auch das ist nur eine Vermutung.
Das offene Rätsel: „16 mai“ gegen „15 MAY 1901“
Hier liegt der Punkt, an dem die Karte nicht glatt aufgeht. Robert schreibt, er sei „heute“ angekommen, und datiert das auf den 16. Mai. Der Aufgabestempel aus Santander zeigt nach Lesung aber den 15. Mai 1901. Die Karte wäre demnach einen Tag vor dem Datum ihrer eigenen Mitteilung aufgegeben worden.
| Quelle | Datum | Ort |
|---|---|---|
| Handschriftliche Mitteilung (Bildseite) | „16 mai“, ohne Jahr | Santander |
| Aufgabestempel (Rückseite, auf der Marke) | „15 MAY 1901“ (nach Lesung) | Santander |
| Ankunftsstempel (Rückseite, über „Madame“) | Tagesangabe „18“ (Mai) | Oran |
Mögliche Erklärungen – keine davon belegt
- Schreibfehler: Robert hat sich beim Tag schlicht vertan.
- Vorausdatierung: Er schrieb am Abend und datierte auf den Folgetag, etwa weil er die Ankunft für diesen Tag erwartete.
- Stempelfehler: Das Datum im Stempel wurde nicht korrekt eingestellt.
- Lesungsfrage: Ziffern in Handschrift oder Stempel sind anders zu lesen als angenommen.
Zur letzten Möglichkeit gehört ein ehrlicher Hinweis: Die Jahresziffern sind in den Stempeln nicht an jeder Stelle gleich deutlich abgeschlagen. Die Lesung „1901“ sollte deshalb am Original noch einmal geprüft werden. Welche Erklärung zutrifft, lässt sich anhand der Karte allein nicht klären. Ich lasse den Widerspruch daher ausdrücklich offen.
Nicht die Karte muss zu unserer Erklärung passen. Die Erklärung muss sich an der Karte messen lassen.
Postalische Einordnung: von Kantabrien nach Französisch-Algerien
Die Rückseite: ungeteilt und international
Die Rückseite trägt den hellblauen Vordruck „TARJETA POSTAL / UNIÓN POSTAL UNIVERSAL / ESPAÑA“. Sie ist ungeteilt und nur für die Anschrift vorgesehen. Solche Rückseiten sind typisch für Karten vor der Postkartenreform um 1906. Das passt gut zu einem Versand im Jahr 1901.
Die Angabe „Unión Postal Universal“ kennzeichnet die Karte als Formular für den internationalen Postverkehr. Algerien gehörte damals zu Frankreich. Für die spanische Post war es also Ausland.
Frankatur und Stempel
| Element | Lesung und Einordnung |
|---|---|
| Marke | Spanische Freimarke, „ESPAÑA“, 10 Céntimos, rot |
| Markenbild | Porträt des jungen Königs im Profil, durch den Stempel teilweise verdeckt |
| Entwertung | Schwarzer Rundstempel Santander, „15 MAY 1901“ (nach Lesung) |
| Ankunftsstempel | Rundstempel „ORAN“, Tagesangabe „18“, links über dem Wort „Madame“ |
| Vordruck | „TARJETA POSTAL / UNIÓN POSTAL UNIVERSAL / ESPAÑA“ |
| Bestimmung | Auslandspostkarte nach Algerien |
| Nicht bestimmt | Ausgabe, Katalognummer, Farbnuance und Zähnung der Marke |
Der König auf beiden Seiten?
Besonders reizvoll ist die mögliche Verbindung von Vorder- und Rückseite. Die spanischen Freimarken dieser Zeit zeigten in der Regel Alfonso XIII. Vermutlich handelt es sich um eine Marke der Ausgabe „Cadete“, die den König als Jugendlichen zeigt. Dann wäre der Monarch gleich zweimal auf der Karte zu sehen: als Junge in der Kutsche und als Kadett auf der Marke.
Die Zuordnung zur Ausgabe „Cadete“ ist allerdings eine Vermutung. Eine Bestimmung nach Katalog habe ich nicht vorgenommen.
War die Karte portogerecht?
Nach gängigen Tarifangaben entsprachen 10 Céntimos damals dem Weltposttarif für Postkarten ins Ausland. Die Frankatur wäre damit portogerecht. Diese Einstufung folgt allgemeinen Tarifangaben und ist nicht abschließend geprüft. Wer es genau wissen möchte, sollte Tarif und Portoperiode in der Fachliteratur nachschlagen.
Der Postweg: drei Tage über das Mittelmeer
| Datum (nach Lesung) | Ereignis |
|---|---|
| 15. Mai 1901 | Aufgabe in Santander, Entwertung der Marke |
| 16. Mai | Datum der handschriftlichen Mitteilung |
| 18. Mai 1901 | Ankunft in Oran, Algerien |
Nach den Stempeldaten brauchte die Karte drei Tage von der kantabrischen Küste bis nach Oran. Den genauen Leitweg über Land und Meer gibt die Karte nicht preis. Fest steht nur: Der Ankunftsstempel belegt, dass sie ihr Ziel erreicht hat.
„Miramar Villa Rossi“ – wo genau war das?
Die Anschrift lautet „Madame Barthal, à Miramar Villa Rossi, Oran, Algérie“. Ob „Miramar“ ein Stadtviertel, eine Straße oder eine Lage in Oran bezeichnet, ist nicht geklärt. Auch der Name „Barthal“ ist nach Lesung wiedergegeben. Über Madame Barthal, Robert und den erwähnten Vater liegen mir außer den Angaben auf der Karte keine Informationen vor.
Historischer Hintergrund
Alfonso XIII. (1886–1941)
- Geboren am 17. Mai 1886 in Madrid, nach dem Tod seines Vaters Alfonso XII. und damit König von Geburt an
- Bis zu seiner Volljährigkeit 1902 führte seine Mutter Maria Christina von Österreich die Regentschaft
- 1899, im Jahr des Motivs, wurde er 13 Jahre alt
- 1906 Heirat mit Victoria Eugenie von Battenberg, einer Enkelin von Königin Victoria; am Hochzeitstag überlebte das Paar nach gängigen Angaben ein Bombenattentat in Madrid
- 1931 verließ er nach dem Wahlsieg der Republikaner das Land
- Gestorben 1941 im Exil in Rom
Ein kleines Detail für Sammler mit Bezug zur Königsgeschichte: Trifft die Lesung des Aufgabestempels zu, wurde die Karte am 15. Mai 1901 aufgegeben. Das war zwei Tage vor dem 15. Geburtstag des Königs, der auf der Vorderseite zu sehen ist.
1899: ein Jahr im Schatten des „Desastre“
Die Parlamentseröffnung von 1899 fiel in eine Zeit nationaler Krise. Im Krieg mit den USA hatte Spanien 1898 Kuba, Puerto Rico und die Philippinen verloren. Das „Desastre del 98“ prägte Politik und Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund bekommt das Bild des jungen Königs in der Staatskutsche eine zusätzliche Bedeutung: Es zeigt Kontinuität in unruhigen Jahren.
Santander und die Krone
Santander liegt an der kantabrischen Küste im Norden Spaniens. Um 1900 war die Stadt ein beliebter Sommer- und Badeort der Oberschicht. Nach gängigen Angaben ließ die Stadt ab 1909 den Palacio de la Magdalena als Sommerresidenz für Alfonso XIII. errichten. Roberts Gruß entstand also einige Jahre, bevor Santander zum festen Sommersitz des Königs wurde.
Oran in Französisch-Algerien
Oran liegt an der Mittelmeerküste im Westen Algeriens. Die Stadt war über lange Zeit spanisch, nach gängigen Angaben von 1509 bis 1708 und erneut von 1732 bis 1792. Ab 1831 stand sie unter französischer Herrschaft.
Um 1900 lebte in Oran eine große spanischstämmige Bevölkerung. Spanisch, Französisch und Arabisch prägten das Stadtbild. Eine spanische Karte mit französischem Text, adressiert nach Oran, spiegelt diese enge Verbindung sehr anschaulich wider.
Gesichert, plausibel, offen
| Einordnung | Aussage |
|---|---|
| Auf der Karte vorhanden | Bildtitel mit Jahresangabe 1899; „A. CÁNOVAS, FOT.“; Nummer „586“; „HAUSER Y MENET. – MADRID“; Mitteilung „Santander, 16 mai“, unterzeichnet „Robert“; Anschrift Madame Barthal, Oran; 10-Céntimos-Marke; Aufgabestempel Santander; Ankunftsstempel Oran mit Tag „18“ |
| Gut gestützt | Aufgabeort Santander (Stempel und Mitteilung stimmen überein); Versand als Auslandskarte nach Französisch-Algerien; ungeteilte Rückseite passend zu einem Versand vor etwa 1906 |
| Plausibel | Versandjahr 1901 nach Stempellesung; Laufzeit von drei Tagen; portogerechte Frankatur; Marke der Ausgabe „Cadete“; Fotograf Antonio Cánovas y Vallejo („Kaulak“) |
| Offen | Widerspruch zwischen „16 mai“ und Stempel „15 MAY“; Identität von Robert, Madame Barthal und dem Vater; Art der Erkrankung; Bedeutung von „Miramar“; Bedeutung der Nummer 586; Markenausgabe und Katalognummer; genauer Leitweg |
Zustand
- Postalisch: gelaufen, Einzelfrankatur 10 Céntimos rot, mit Rundstempel entwertet, Ankunftsstempel Oran vorhanden
- Schrift: Mitteilung und Anschrift in dunkler Tinte, gut lesbar
- Bildseite: schwarz-weiß, Motiv klar erkennbar; Bildtitel, Fotovermerk und Verlagsangabe gut lesbar
- Rückseite: hellblauer Vordruck gut erkennbar
- Karton: beige bis hellbraun getönt
- Gebrauchsspuren: leichte Flecken, Sprenkel und Verfärbungen, altersübliche Spuren
Eine sachliche Kurzbeschreibung lautet: „Ansichtskarte ‚S. M. EL REY DON ALFONSO XIII DIRIGIENDOSE Á LA APERTURA DE LAS CORTES 1899‘, Foto A. Cánovas, Hauser y Menet, Madrid, Nr. 586. Französische Mitteilung ‚Santander, 16 mai‘, unterzeichnet ‚Robert‘, an Madame Barthal, Oran, Algerien. 10 c rot, Aufgabestempel Santander 15.5.1901 (nach Lesung), Ankunftsstempel Oran 18. Datumsabweichung ungeklärt. Zustand siehe Abbildungen.“
Sammlerische Einordnung
Die Karte verbindet zwei Geschichten auf einem Stück Karton: eine aus dem Königshaus und eine aus dem Alltag einer Familie zwischen Spanien und Algerien. Sie spricht deshalb mehrere Sammelgebiete an:
- Königshaus- und Adelskarten: Alfonso XIII. als Kinderkönig im Krisenjahr 1899
- Verlagsgeschichte: eine Karte des spanischen Ansichtskarten-Pioniers Hauser y Menet
- Postgeschichte: Auslandspostkarte mit Aufgabe- und Ankunftsstempel, ungeteilte UPU-Rückseite
- Algerien und Kolonialbelege: Postweg nach Oran in Französisch-Algerien
- Heimat- und Familienforschung: Bezüge zu Santander, Oran und dem Namen Barthal
Einen Marktwert nenne ich bewusst nicht. Spannend ist das Stück vor allem wegen der Verbindung von Bild, Postweg und dem kleinen Rätsel um das Datum.
Fazit: ein König, ein Genesender und ein Tag Unterschied
Auf der Vorderseite fährt ein zwölf- oder dreizehnjähriger König zum Parlament. Daneben meldet ein Mann namens Robert, dass er in Santander angekommen ist und sich besser fühlt. Gut gestützt sind der Aufgabeort Santander, der Versand als Auslandskarte und die Ankunft in Oran. Plausibel, aber nicht abschließend belegt, sind das Jahr 1901, die Portostufe, die Markenausgabe und die Zuordnung des Fotografen. Offen bleiben die Menschen hinter den Namen und die Frage, warum Robert einen Tag später datiert, als die Post stempelte.
Wer zu Madame Barthal, zur „Villa Rossi“ in Miramar, zur Nummer 586 bei Hauser y Menet oder zur Markenausgabe belastbare Hinweise hat, darf sich gern melden. Bitte schreiben Sie dazu, worauf Ihre Einschätzung beruht. Neue, gesicherte Erkenntnisse ergänze ich hier auf datenstaubsauger.de.
Weitere Tipps rund ums Sammeln finden Sie im Beitrag Historische Ansichtskarten kaufen.
Ansichtskarten aus Spanien entdecken
Werbung in eigener Sache
In meinem eBay-Shop „firewallman“ finden Sie neue Ansichtskarten aus Spanien, dazu historische Stadtansichten, Künstlerkarten und postalisch gelaufene Stücke mit eigener Geschichte. Manchmal steckt hinter einem kurzen Gruß mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.
Hier geht es zu meinem eBay-Shop „firewallman“.
KI-Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Die inhaltliche Grundlage bilden ein vorbereiteter Beschreibungs- und Recherchetext sowie eigene Scans der Bild- und Anschriftseite der Karte. Die redaktionelle Aufbereitung, Strukturierung und Formulierung erfolgte KI-gestützt und wurde anschließend geprüft. Bei der Analyse historischer Karten setze ich KI gezielt als Werkzeug ein, prüfe jedoch jedes Ergebnis selbst und verantworte die fachliche Einordnung. Lesarten von Handschrift, Stempeln und Namen sowie Datierungen werden nicht allein durch KI festgelegt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Er ist kein Wertgutachten, gibt keine Echtheitsgarantie und stellt keine Rechtsberatung dar. Er enthält keine Marktpreiseinschätzung. Die Lesung von Mitteilung, Anschrift und Stempeldaten ist weitgehend, aber nicht in jedem Detail gesichert; der Widerspruch zwischen dem handschriftlichen Datum „16 mai“ und dem Aufgabestempel ist ungeklärt. Angaben zu Porto, Markenausgabe, Verlag, Fotograf, Leitweg und Personen erfolgen ohne Gewähr. Biografische und historische Angaben folgen gängigen Nachschlagewerken. Maßgeblich sind stets die Merkmale des Originals sowie ergänzende Fachrecherche. Der Abschnitt „Ansichtskarten aus Spanien entdecken“ enthält Werbung für meinen eigenen eBay-Shop.

