Voynich-Manuskript – wenn ein altes Buch KI, Kryptologen und unser eigenes Ich spiegelt
Das Voynich-Manuskript ist ein 600 Jahre altes Buch, das bis heute niemand eindeutig entziffert hat – und genau das macht es zum perfekten Spielplatz für Kryptologen, Datenanalyse und moderne KI. Je länger man sich mit diesem Text beschäftigt, desto stärker entsteht der Eindruck: Das eigentliche Rätsel ist weniger das Manuskript selbst, sondern das, was wir als Menschen in dieses Buch hineinprojizieren.
Was hinter dem Voynich-Manuskript steckt
Radiokarbonmessungen datieren das Pergament des Voynich-Manuskripts grob auf die Jahre zwischen 1404 und 1438, also ins frühe 15. Jahrhundert. Der Text ist in einer unbekannten Schrift verfasst („Voynichese“), begleitet von Illustrationen mit Pflanzen, Sternbildern, Badewannen-ähnlichen Becken voller nackter Frauen und rätselhaften Gefäßen.
Die Forschung teilt das Manuskript in mehrere Abschnitte: einen botanischen Teil, einen astronomisch‑astrologischen Abschnitt, einen „balneologischen“ Bereich mit Bade‑ und Körperdarstellungen sowie einen Rezept‑ähnlichen Teil mit kurzen Einträgen. Offiziell gilt das Manuskript trotz zahlloser Versuche als unentschlüsselt; keine Übersetzung oder Theorie hat sich bisher als allgemein anerkannt durchgesetzt.
Dechiffrierungsversuche – von klassischer Kryptologie bis KI
In mehr als einem Jahrhundert moderner Forschung wurde so ziemlich jede Denkschule der Kryptologie einmal am Voynich-Manuskript ausprobiert: einfache und komplexe Chiffren, unbekannte Sprachen, Geheimcodes von Orden, sogar die Idee eines reinen Hoax. Statistische Analysen zeigen allerdings, dass der Text viele Eigenschaften natürlicher Sprachen besitzt – etwa eine Zipf-Verteilung der Wortfrequenzen und eine Wortentropie ähnlich Latein oder Englisch.
Gleichzeitig weisen andere Untersuchungen auf „unnatürliche“ Regelmäßigkeiten hin, etwa sehr starre Wortfolgen und systematische Variantenbildung, was eher für einen konstruierten Text oder eine generative Regelmaschine spricht. Legendäre Codeknacker wie William F. Friedman kamen deshalb irgendwann zu der Hypothese, dass es sich eher um eine bewusst konstruierte Sprache als um eine klassische Verschlüsselung eines normalen Textes handelt.
KI gegen das Voynich-Manuskript – beeindruckende Demo, keine Lösung
Spätestens mit Deep Learning und NLP war klar: Das Voynich-Manuskript landet irgendwann im Training von KI-Forschern – und genau so kam es. Ein prominentes Beispiel ist der Ansatz von Greg Kondrak und seinem Team an der University of Alberta, die mit einem Algorithmus die Ausgangssprache des Textes identifizieren wollten.
Dafür trainierten sie ihr System auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Hunderten Sprachen und ließen es dann Voynichese analysieren; das Ergebnis: Der Text sei „größtenteils Hebräisch“, aufgebaut mit sogenannten Alphagrammen, also sortierten Buchstabenkombinationen. In der Praxis mussten die Forscher jedoch stark eingreifen, u. a. mit manuellen Annahmen, Google Translate und viel Interpretationsspielraum – weshalb die Fachwelt das eher als spannenden Ansatz denn als echte Entschlüsselung einordnet.
Für KI-Modelle wie Large Language Models ist das Manuskript zudem ein Extremfall: kaum Trainingsdaten, keine bekannte Sprache, unklarer Zielraum, hohe Versuchung zu „Halluzinationen“. Genau deshalb eignet sich Voynich perfekt als Reality‑Check für KI‑Euphorie: Nur weil ein Modell plausibel klingende Sätze ausgibt, heißt das noch nicht, dass ein historischer Code wirklich geknackt ist.
Daten, Muster – und das Manuskript als Spiegel unseres Ichs
Spannend ist, dass das Voynich-Manuskript auch dann produktiv bleibt, wenn man es nicht als „Geheimschrift, die wir bald lesen“ versteht, sondern als System, an dem man Methoden testen kann.
- Statistische Analysen und Visualisierungen zeigen, wie stark ein Text „sprachähnlich“ wirken kann, ohne dass wir konkrete Wörter identifizieren können.
- Simulierte Generierungsverfahren (z. B. Autokopisten-Modelle oder komplexe Chiffren) helfen zu verstehen, welche Kombination aus Sprache, Verschlüsselung und künstlichen Regeln die beobachteten Muster plausibel erklären könnte.
Gleichzeitig wirkt das Manuskript wie ein psychologischer Spiegel: Einige sehen darin Frauenheilkunde, andere Alchemie, wieder andere pure Satire oder mystische Visionen – und jede Interpretation verrät mehr über die Betrachter als über das Buch. Genau hier passt die Idee des „Spiegel-Buchs“: Das Voynich-Manuskript hält Forschenden, Esoterikern, Tech-Nerds und KI-Enthusiasten gleichermaßen einen Spiegel vor und zeigt, welche Geschichten sie aus ein paar Zeichen und Bildern konstruieren.
Was wir aus dem Voynich-Manuskript für KI und Datenarbeit lernen können
Wer sich mit KI, Data Science und Kryptologie beschäftigt, kann aus diesem Rätsel erstaunlich viel mitnehmen.
- Transparenz von Annahmen: Jede „Übersetzung“ steht und fällt mit den Vorannahmen – Sprache, Verschlüsselungsart, Zeichenzuordnung. Modelle sollten diese Annahmen immer explizit machen.
- Grenzen der KI: Ohne Ground Truth und ohne Möglichkeit zur unabhängigen Verifikation bleibt vieles schöne Story, aber keine harte Erkenntnis; genau das ist beim Voynich-Manuskript sichtbar.
- Daten als Projektionsfläche: Ob im Trading, im Marketing oder bei historischen Codes – Menschen neigen dazu, Muster zu sehen, auch wenn sie schwach oder zufällig sind; Voynich zeigt diese Gefahr in Reinform.
Für datenstaubsauger.de ist das Manuskript damit ein perfektes Beispiel, um zu zeigen, wie man mit Daten, Mustern und KI verantwortungsvoll umgehen sollte – und warum gesunde Skepsis gegenüber spektakulären „KI hat X gelöst“-Headlines wichtig bleibt.

Passende Domains zum Voynich-Thema
Wenn dich das Voynich-Manuskript, KI und geheime Codes genauso faszinieren wie mich, kannst du dieses Interesse auch in ein eigenes Online-Projekt oder den Verkauf einer thematisch passenden Domain übersetzen. Drei Beispiel-Domains, die sich für Projekte oder den späteren Weiterverkauf anbieten könnten:
- voynichcode.com oder voynich.de
Kurz, merkfähig und direkt auf das zentrale Motiv „Code“ fokussiert. Ideal für eine Seite über Dechiffrierungsversuche, KI-Experimente oder einen begleitenden Podcast zum Voynich-Manuskript. - geheimcode.de oder geheimco.de oder geheimschrift-ki.de
Verbindet das Thema historische Verschlüsselung mit moderner Künstlicher Intelligenz. Eignet sich gut für Blog, Tool-Sammlung oder Kurse rund um Kryptologie, Datenanalyse und LLMs. - spiegelband.de oder spiegel-buch.de
Greift die Idee des Voynich-Manuskripts als „Spiegel unseres Ichs“ auf. Spannend für Essays, Kunstprojekte, KI-generierte Storys oder als Marke für ein digitales Buch-/Content-Projekt.
Solche Domains sind thematisch eng genug, um eine klare Zielgruppe anzusprechen, aber offen genug, um später flexibel verkauft oder für neue Content-Formate genutzt zu werden.
Fazit
Wenn du dein eigenes Buchprojekt heute mit KI planen willst, findest du hier eine praktische Anleitung.
FAQ zum Voynich-Manuskript
Ist das Voynich-Manuskript heute entschlüsselt?
Nein. Es gibt immer wieder Schlagzeilen über angebliche Lösungen, doch keine Übersetzung hat sich wissenschaftlich durchgesetzt oder wurde unabhängig reproduziert.
Kann KI das Voynich-Manuskript knacken?
Bisher nicht. KI‑Modelle liefern interessante Hypothesen und Musteranalysen, erzeugen aber keine allgemein anerkannte, überprüfbare Übersetzung des gesamten Textes.
Was sind die bekanntesten Dechiffrierungsversuche?
Es gab Versuche, den Text als verschlüsseltes Latein, als mittelalterliches Protoromanisch, als Hebräisch mit Anagrammen oder sogar als bewusste Fälschung zu deuten; alle Ansätze sind umstritten.
Wo kann ich das Voynich-Manuskript online sehen?
Die Beinecke Library (Yale) stellt hochauflösende Scans online bereit, zusätzlich gibt es freie PDFs und interaktive Viewer, mit denen man jede Seite detailliert erkunden kann.
Warum ist das Manuskript für Daten‑ und KI‑Leute interessant?
Weil es ein Extremfall ist: unbekannte Sprache, kein Ground Truth, viel Rauschen und Projektion. Es eignet sich ideal, um Algorithmen, Hypothesen und KI‑Euphorie kritisch zu testen.


Dieser Kommentar wurde auf meiner Website dabei festgestellt, wiederholt Werbe- und Spam-Kommentare mit kommerziellen Links zu unseriösen Webseiten zu platzieren und daher gelöscht.