Tibetischer Flüchtlingslehrer in Nordindien, der an der Schule für tibetische Flüchtlingskinder (Moravian Institute bei Dehradun) mitwirkte.
Tibetischer Flüchtlingslehrer in Nordindien, der an der Schule für tibetische Flüchtlingskinder (Moravian Institute bei Dehradun) mitwirkte.

Pfarrer Eliya Tsetan Phunthsog: Von der Flüchtlingsschule zu modernen Ehrenämtern

Wie ein tibetischer Flüchtlingslehrer in Nordindien den Grundstein für eine Schule legte – und was sein Vermächtnis heute für ehrenamtliches Engagement bedeutet.

Wer war Pfarrer Eliya Tsetan Phunthsog?

Pfarrer Eliya (Eliyah) Tsetan Phunthsog stammte aus einer angesehenen, aristokratischen Familie in Ladakh und war zunächst buddhischer Gelehrter und Lama, bevor er sich dem Christentum zuwandte und als ordinierter Geistlicher der Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) wirkte.
Er gehörte zu einer kleinen Gruppe tibetischsprachiger Intellektueller, die sowohl in der buddhistischen Tradition als auch in der christlichen Theologie tief verwurzelt waren und so als Brückenfiguren zwischen beiden Welten auftraten.

In den 1930er-Jahren arbeitete er mit dem Gelehrten Joseph Gergan an tibetischen Lehrbüchern und biblischen Texten für Ladakh, bevor er in der Zeit nach der Unabhängigkeit Indiens eine bedeutende Rolle als ziviler Organisator im Konflikt um Ladakh 1948 spielte.
Später verlagerte sich sein Schwerpunkt zunehmend von politischer und militärnaher Verantwortung hin zu Bildungsarbeit, Übersetzungen und direkter Hilfe für Menschen auf der Flucht.

Vom Flüchtlingslehrer zum Gründer des Moravian Institute

Ende der 1950er-Jahre zog Eliya Tsetan Phunthsog nach Mussoorie und in den Raum Dehradun, wo er im Auftrag der Bible Society of India an der Überarbeitung des Neuen Testaments in tibetischer Sprache arbeitete.
In dieser Phase begegnete er zahlreichen tibetischen Flüchtlingen, die nach der Besetzung Tibets über den Himalaya nach Indien kamen und in großer materieller und seelischer Not ankamen.

Aus zunächst einfachen Alphabetisierungskursen für Erwachsene und einem Tagesunterricht für Kinder entwickelte sich 1963 das Moravian Institute in Rajpur bei Dehradun.
Die Schule entstand auf ausdrücklichen Wunsch tibetischer Flüchtlinge, die um eine dauerhafte Bildungs- und Unterkunftsmöglichkeit für ihre Kinder baten und in Pfarrer Phunthsog eine verlässliche Führungspersönlichkeit fanden.

Das Moravian Institute in Rajpur

Das Moravian Institute liegt im Stadtteil Rajpur nördlich von Dehradun im indischen Bundesstaat Uttarakhand, am Hang in Richtung Mussoorie.
Die offizielle Anschrift der Schule wird als „Zhan-Phan-Ling, Rajpur, Dehradun, Uttarakhand 248009, Indien“ angegeben, erreichbar über die Rajpur Road etwa zehn Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Dehradun.

Aus dem kleinen Flüchtlingsprojekt ist im Laufe der Jahrzehnte eine voll ausgebaute Internatsschule geworden, die vom Vorschulalter bis zur 12. Klasse unterrichtet und dem indischen ICSE/ISC-Prüfungssystem angeschlossen ist.

Neben der Schule entstanden ein Internat und berufsvorbereitende Angebote, sodass Bildung, Unterkunft und praktische Ausbildung für Kinder und Jugendliche aus tibetischen und indischen Familien an einem Ort zusammenkommen.

Beruf, Berufung und Bildungsarbeit

Für Pfarrer Eliya Tsetan Phunthsog war seine Tätigkeit weit mehr als ein klassischer Beruf im institutionellen Sinn: Sie war eine ganzheitliche Berufung, die religiöse Überzeugung, soziale Verantwortung und konkrete Bildungsarbeit miteinander verknüpfte.
Seine Rolle als Schulleiter, Seelsorger, Übersetzer und Organisator machte ihn zu einer Schlüsselfigur für viele tibetische Flüchtlingsfamilien, die im Moravian Institute einen sicheren Ort für ihre Kinder fanden.

In den Anfangsjahren trug seine Persönlichkeit einen großen Teil der Arbeit: von der Organisation von Spenden über die Führung der Schule bis hin zur direkten Begleitung der Kinder und Erwachsenen in ihrem neuen Leben im Exil.
Damit steht seine Biografie exemplarisch für eine Phase der Missions- und Bildungsarbeit, in der einzelne, stark engagierte Personen ganze Projekte tragen und langfristig prägen.

Vom persönlichen Einsatz zur institutionellen Struktur

Mit der Zeit wandelte sich die Arbeit am Moravian Institute von einem persönlichen Projekt hin zu einer stabilen, institutionell getragenen Schule mit einem Team aus Lehrkräften, Verwaltung und Hauseltern im Internatsbereich.
Die weltweite Moravian Church unterstützt das Internat seit den späten 1960er-Jahren finanziell, wodurch der langfristige Betrieb und die Aufnahme zusätzlicher Kinder ermöglicht wurden.

Gleichzeitig öffnete sich das Institut immer stärker für Kinder aus der Umgebung, unabhängig von Religion oder ethnischer Herkunft, und entwickelte sich so von einer reinen Flüchtlingsschule zu einer inklusiven Bildungseinrichtung.
Dieser Wandel zeigt, wie aus einem auf eine Person zugeschnittenen Pionierprojekt eine dauerhafte Struktur wird, in der Aufgaben verteilt, Verantwortlichkeiten klar definiert und neue Beteiligungsformen möglich werden.

Ehrenamtliche Arbeit damals und heute

Schon in den Anfangsjahren war die Schule auf freiwilliges Engagement angewiesen: Unterstützer aus der Moravian Church, lokale Helfer sowie Freunde aus Indien und dem Ausland trugen mit Zeit, Geld und Sachspenden zur Arbeit bei.
Allerdings war diese Mitarbeit stark in kirchliche Strukturen eingebettet und oft mit langfristigen Aufenthalten, Missionsaufträgen oder vollzeitnahen Tätigkeiten verbunden.

Heute hat sich das Verständnis von Ehrenamt deutlich erweitert: Viele Projekte im Umfeld von Schulen und Flüchtlingsarbeit setzen auf flexible, projektbezogene Mitwirkung, bei der Freiwillige ihre Fähigkeiten zeitlich begrenzt einbringen.
Dazu gehören Nachhilfeangebote, kreative Workshops, sportliche Aktivitäten, berufliche Orientierung, technische Unterstützung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising – vor Ort und online.

Moderne Möglichkeiten, sich zu engagieren

Wer sich heute für Bildungs- und Flüchtlingsarbeit im Geist von Pfarrer Phunthsog engagieren möchte, findet vielfältige Wege: von klassischen Patenschaften und Spendenprogrammen für Internatsschüler bis hin zu kurzzeitigen Freiwilligeneinsätzen an Schulen in Nordindien.
Verschiedene Plattformen und Organisationen vermitteln Einsätze in Uttarakhand, bei denen Freiwillige im Unterricht, in Freizeitprogrammen oder bei organisatorischen Aufgaben unterstützen.

Darüber hinaus eröffnen digitale Tools neue Formen des Ehrenamts: Online-Sprachunterricht, Mentoring, Unterstützung bei der Erstellung von Lernmaterialien, Social-Media-Arbeit oder das Organisieren von Spendenaktionen aus der Ferne.
Gerade hier können Menschen mit Medien-, IT- oder Marketingerfahrung nachhaltig wirken, ohne dauerhaft vor Ort sein zu müssen – ein deutlicher Unterschied zur Epoche Pfarrer Phunthsogs, in der Engagement fast immer physische Präsenz bedeutete.

Was wir aus seinem Lebensweg lernen können

Der Lebensweg von Pfarrer Eliya Tsetan Phunthsog macht deutlich, dass nachhaltige Veränderung oft bei einzelnen Menschen beginnt, die den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen und konkrete Strukturen aufzubauen.
Aus seinen improvisierten Alphabetisierungskursen ist eine stabile Bildungseinrichtung geworden, die bis heute Generationen von Kindern prägt – unabhängig davon, ob sie als Flüchtlinge oder als lokale Schüler an die Schule kommen.

Gleichzeitig zeigt die Entwicklung vom persönlichen Pionierprojekt zur institutionell getragenen Schule, wie wichtig es ist, Engagement zu teilen, Aufgaben abzugeben und neue Formen von ehrenamtlicher Mitarbeit zu eröffnen.
Damit wird sein Vermächtnis nicht nur in einer Gebäudeadresse in Rajpur sichtbar, sondern in jeder Person, die sich heute entscheidet, Zeit, Fähigkeiten oder finanzielle Mittel in Bildungs- und Flüchtlingsarbeit zu investieren – ob vor Ort in Dehradun oder digital von jedem anderen Ort der Welt.

Call-to-Action: Engagement im Geist von Pfarrer Phunthsog

Wer sich von der Geschichte Pfarrer Eliya Tsetan Phunthsogs inspirieren lässt, kann im ersten Schritt recherchieren, welche Projekte im Bereich Bildungsarbeit und Flüchtlingshilfe persönlich ansprechen – lokal, national oder international.
Viele Organisationen informieren transparent über Einsatzmöglichkeiten, benötigte Fähigkeiten und Zeitrahmen, sodass sich passende Formen des Ehrenamts finden lassen, die mit dem eigenen Alltag vereinbar sind.

Ob durch eine Patenschaft, eine Spende, eine zeitlich begrenzte Freiwilligentätigkeit oder digitale Unterstützung: Jede Form von Engagement trägt dazu bei, dass das, was mit einem tibetischen Flüchtlingslehrer in Nordindien begann, in der Gegenwart weitergeführt wird.

So bleibt die Idee lebendig, dass Bildung, Empathie und gelebte Verantwortung Brücken schlagen können – weit über geografische, kulturelle und religiöse Grenzen hinaus.


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Von admin

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