Ehrenamt oder Erwerbsarbeit?
Warum diese Trennung ökonomisch überholt ist
Der blinde Fleck in der Arbeitsmarktlogik
Der Arbeitsmarkt misst Wertschöpfung primär über Erwerbsarbeit. Tätigkeiten außerhalb formaler Beschäftigung – etwa Nachbarschaftshilfe, Vereinsarbeit oder familiäre Unterstützung – tauchen in volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nur eingeschränkt auf.
Gleichzeitig ist das Engagement hoch:
- Rund 29 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich (Freiwilligensurvey 2019).
- Das entspricht etwa 40 % der Bevölkerung ab 14 Jahren.
Ökonomisch relevant ist dabei nicht nur der Umfang, sondern die Qualität der Tätigkeiten: Ein wachsender Teil des Engagements findet in Bereichen statt, die funktional dem Gesundheits- und Sozialwesen zuzuordnen sind.
Demografischer Druck und systemische Engpässe
Die demografische Entwicklung verschärft diese Lage:
- Bis 2035 wird die Zahl der über 67-Jährigen in Deutschland um rund 4 Millionen Menschen steigen (Destatis).
- Gleichzeitig fehlen bereits heute laut Bundesagentur für Arbeit über 200.000 Fachkräfte im Gesundheits- und Pflegebereich.
- Pflegebedürftigkeit wächst schneller als institutionelle Kapazitäten.
Bemerkenswert ist: Ein erheblicher Teil der benötigten Unterstützung ist nicht medizinisch, sondern alltagsbezogen – Begleitung, Struktur, Kommunikation, Aktivierung. Diese Aufgaben werden entweder informell (Angehörige, Ehrenamt) oder ineffizient (durch Fachkräfte) erledigt.
Beides erzeugt Kosten:
- Überlastung von Fachpersonal
- Erwerbsunterbrechungen bei Angehörigen
- Produktivitätsverluste und Frühverrentung
Ehrenamt als ökonomischer Faktor – nicht als Randphänomen
Studien beziffern den ökonomischen Wert ehrenamtlicher Arbeit auf über 100 Milliarden Euro jährlich, je nach Bewertungsansatz sogar deutlich höher. Gleichzeitig fehlt eine systematische Integration in Arbeitsmarkt- und Qualifizierungslogiken.
Ehrenamt erfüllt dabei drei zentrale ökonomische Funktionen:
- Entlastung: Niedrigschwellige Tätigkeiten reduzieren Fehlallokationen hochqualifizierter Arbeit.
- Qualifizierung: Kompetenzen entstehen informell, bleiben aber oft unsichtbar.
- Übergang: Ehrenamt wirkt als Brücke:
- in Beschäftigung
- zwischen Lebensphasen
- zwischen Berufsfeldern
Diese Übergangsfunktion ist bislang unterentwickelt.
Weiterbildung als struktureller Hebel
Genau hier setzt Weiterbildung an. Wenn Tätigkeiten, die bislang informell oder rein ehrenamtlich ausgeübt werden, qualifiziert, zertifiziert und anschlussfähig gemacht werden, entsteht Durchlässigkeit statt Abgrenzung.
Aus ökonomischer Sicht bedeutet das:
- geringere Einstiegskosten in soziale Berufe
- bessere Nutzung öffentlicher Fördermittel
- höhere Beschäftigungsfähigkeit ohne Vollzeitbindung
- höhere Resilienz lokaler Versorgungssysteme
Insbesondere teilzeitfähige Online-Weiterbildungen senken Transaktionskosten für Teilnehmende und Träger gleichermaßen.
Förderlogik und Marktversagen
Auffällig ist: Viele dieser Qualifikationen sind bis zu 100 % öffentlich förderfähig (z. B. über Bildungsgutscheine). Dennoch bleiben Teilnahmezahlen hinter dem Bedarf zurück.
Die Ursachen sind bekannt:
- Informationsasymmetrien
- Komplexe Antragsverfahren
- fehlende Verbindung zwischen Ehrenamt, Bildungsträgern und Arbeitsmarktakteuren
Ökonomisch gesprochen liegt ein klassisches Marktversagen vor: Angebot, Nachfrage und Finanzierung sind vorhanden – sie greifen jedoch nicht sauber ineinander.
Von der Analyse zur Praxis: Ein integriertes Modell
Ein zukunftsfähiger Ansatz besteht darin, Ehrenamt, Qualifizierung und Erwerbsarbeit als Kontinuum zu denken. Ein solches Modell ermöglicht:
- Einstieg über Engagement
- Kompetenzaufbau durch Weiterbildung
- Übergang in Beschäftigung oder qualifiziertes Ehrenamt
Genau diesen Ansatz verfolgt die Meine Gesundheit Genossenschaft eG.
Weiterbildung als Infrastruktur
Die Meine Gesundheit Genossenschaft eG versteht Weiterbildung nicht als Produkt, sondern als gesellschaftliche Infrastruktur. Ihre zertifizierten Online-Qualifikationen im Bereich der gesundheitsfördernden Alltagsbegleitung sind so konzipiert, dass sie:
- beruflich und ehrenamtlich einsetzbar sind
- teilzeitfähig und online stattfinden
- öffentlich förderfähig sind
- systematisch Übergänge ermöglichen
Damit dient die MGG eG als praktisches Beispiel, wie ökonomische Effizienz, soziale Wirkung und individuelle Perspektiven zusammengeführt werden können.
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