Muster-Setup für einkommensorientierte Anleger
Wie ich mein Dividendendepot denke – ein Beispiel, keine Empfehlung.
Warum ich einkommensorientiert investiere
Viele Anleger schauen vor allem auf Kursgewinne, ich dagegen interessiere mich stark für laufende Ausschüttungen – also Dividenden, die regelmäßig auf meinem Konto ankommen.
Die Idee dahinter: Ein Depot, das monatlich oder zumindest sehr häufig Cashflow produziert, fühlt sich für mich „realer“ an, als nur auf Kurscharts zu starren.
Natürlich ist das kein kostenloses Mittagessen, denn hohe Ausschüttungen bedeuten fast immer höhere Risiken, strukturelle Schwankungen und gelegentlich auch schmerzhafte Dividendenkürzungen.
In diesem Artikel zeige ich dir mein persönliches Muster-Setup für einkommensorientierte Anleger, wie ich es derzeit denke.
Es ist ausdrücklich nur ein Beispiel und keine Aufforderung, diese Titel nachzukaufen oder 1:1 zu kopieren.
Ziel ist, dir eine Struktur an die Hand zu geben, wie du selbst dein eigenes Einkommens-Depot planen und mit Daten unterfüttern kannst.
Was bedeutet einkommensorientiertes Investieren?
Unter einer einkommensorientierten Strategie verstehe ich einen Ansatz, bei dem die laufenden Ausschüttungen im Vordergrund stehen, nicht die maximale Kursrendite.
Typische Instrumente dafür sind Dividendenaktien, REITs, BDCs, bestimmte Anleihen und Dividenden- oder Covered-Call-ETFs.
Der Fokus liegt auf einem möglichst stabilen, gut planbaren Cashflow, idealerweise über viele Jahre.
Gleichzeitig unterscheide ich grob drei „Schubladen“:
- ✅
Konservativ einkommensorientiert: Qualitätsaktien, Dividendenaristokraten, breit gestreute Dividenden-ETFs, typische Rendite 2–4 % p.a. - ✅
Ausgewogen einkommensorientiert: Mix aus soliden Dividendenwerten und etwas High Yield, etwa 4–7 % p.a. - ✅
Spekulativ einkommensorientiert: Fokus auf Hochdividendenwerte wie BDCs, mREITs, zyklische Reeder, Covered-Call-ETFs mit 7–20 % laufender Rendite – dafür hohe Schwankungen und Kürzungsrisiko.
Mit Werten wie Prospect Capital (PSEC), MPC Container Ships (MPCC) und Global-X-ETFs bewege ich mich ganz klar im Bereich spekulativ einkommensorientiert – mit bewusst eingegangenem Risiko.
Baustein 1: Monatliche Hochdividende mit Prospect Capital (PSEC)
Prospect Capital Corporation (Ticker: PSEC, WKN: A0B746) ist eine börsennotierte Business Development Company (BDC) aus den USA, die Kredite und Beteiligungskapital an mittelständische Unternehmen vergibt.
Besonders attraktiv für einkommensorientierte Anleger wirkt der Wert, weil er monatlich Dividende zahlt und historisch eine sehr hohe Ausschüttungsrendite hatte.
Je nach Kursniveau lag die laufende Rendite teilweise im hohen zweistelligen Bereich, was PSEC für viele Income-Fans interessant macht.
Die Kehrseite: Die Qualität der Dividende wird von vielen Analysten kritisch gesehen.
Immer wieder gibt es Diskussionen über die Nachhaltigkeit der Ausschüttung, die Höhe der Gebührenstruktur und die generelle Kapitalallokation im Unternehmen.
PSEC ist damit kein „sicherer Zinsersatz“, sondern eher ein Hochrisiko-Baustein im Dividendendepot, der sich stark auf das Gesamtprofil auswirken kann.
In meinem Muster-Setup ordne ich PSEC klar in die Ecke High Yield, hohes Risiko ein.
Der Wert kann die Gesamtrendite nach oben ziehen, aber auch im Crash oder bei Dividendenkürzungen richtig weh tun.
Wer so etwas ins Depot holt, sollte genau wissen, warum – und bereit sein, seine Position auch mal kritisch zu hinterfragen.
Baustein 2: Global X SuperDividend (A3DEKS) als globaler High-Dividend-ETF
Ein spannender Baustein in meinem Einkommens-Setup ist der Global X SuperDividend UCITS ETF USD Dis mit der WKN A3DEKS und der ISIN IE00077FRP95.
Der ETF bildet den Solactive Global SuperDividend v2 Index ab, der bis zu 100 gleich gewichtete Unternehmen enthält, die zu den dividendenstärksten Aktien weltweit zählen – inklusive Schwellenländer.
Laut verschiedenen Quellen schüttet der ETF monatlich aus und kam in den letzten Jahren auf eine Dividendenrendite im hohen einstelligen Bereich, teilweise um die 9–10 % (Forward).
Damit vereint A3DEKS zwei Dinge, die ich als einkommensorientierter Anleger mag:
globale Diversifikation über viele Länder und Branchen hinweg sowie einen klaren Fokus auf hohe laufende Ausschüttungen.
Die Kehrseite ist, dass der Index bewusst nach hoher Dividendenrendite filtert – also Unternehmen einsammelt, die der Markt oft aus guten Gründen günstig bewertet, etwa wegen zyklischer Geschäftsmodelle oder erhöhter Risiken.
In meinem Muster-Setup sehe ich A3DEKS als globalen High-Dividend-Basisbaustein:
Er ist breiter diversifiziert als eine einzelne Hochdividendenaktie wie PSEC oder MPCC, bleibt aber klar im High-Yield-Bereich und kann dementsprechend schwankungsanfällig sein.
Wer so etwas nutzt, sollte die Zusammensetzung, Sektorgewichte und die Historie der Ausschüttungen im Blick behalten – zum Beispiel über Tools wie justETF, extraETF oder DivvyDiary.
Baustein 3: Covered-Call-ETFs von Global X als Cashflow-Maschine
Ergänzend zu A3DEKS nutze ich gerne Covered-Call-ETFs von Global X, etwa solche auf den Nasdaq 100 oder den S&P 500.
Diese ETFs investieren in bekannte Indizes und verkaufen zusätzlich systematisch Call-Optionen auf die darin enthaltenen Aktien, um Optionsprämien als zusätzliches Einkommen zu generieren.
Die vereinnahmten Prämien sorgen für relativ hohe Ausschüttungsquoten, dafür werden Kursgewinne oberhalb der Call-Strikes teilweise begrenzt.
Praktisch bedeutet das:
- Du partizipierst an etablierten Indizes, nicht an einem Nischenkorb.
- Du erhältst regelmäßige Ausschüttungen, die ein stabiles Einkommensfundament bilden können.
- Du verzichtest auf einen Teil der langfristigen Kursphantasie zugunsten unmittelbaren Cashflows.
Für mein Muster-Setup sehe ich diese ETFs als eine Art „Cashflow-Basis“, die weniger extrem ist als einzelne Hochrisiko-High-Yielder, aber immer noch deutlich einkommensorientiert ausgerichtet ist.
Baustein 4: Zyklischer High-Yield-Zahler MPC Container Ships (MPCC)
MPC Container Ships (MPCC) ist ein Reeder, der im Containerschifffahrtssegment unterwegs ist und in den letzten Jahren sehr attraktive Dividenden im zweistelligen Prozentbereich ausgeschüttet hat.
Der Haken: Der gesamte Sektor ist extrem zyklisch.
Frachtraten können in Hochphasen explodieren und in Schwächephasen massiv einbrechen – mit entsprechendem Effekt auf Gewinne und Dividenden.
In meinem Muster-Setup sehe ich MPCC als zyklischen High-Yield-Satelliten:
Im Bestfall liefert die Aktie über einige Jahre satte Ausschüttungen, im schlechtesten Fall brechen Dividenden und Kurse wieder deutlich ein.
Wer hier investiert, sollte die Abhängigkeit von Frachtraten und Charterverträgen kennen und akzeptieren.
MPCC eignet sich für mich eher als Ergänzung, nicht als Kernbaustein.
Mit einer überschaubaren Gewichtung kann der Wert das Einkommensprofil aufpeppen, ohne das gesamte Depot zu dominieren.
Ein mögliches Muster-Setup (nur als Beispiel)
Aus diesen Bausteinen lässt sich ein einfaches Muster-Setup für einkommensorientierte Anleger denken.
Wichtig: Es ist nur ein Beispiel, keine Empfehlung und schon gar keine Anlageberatung.
Gedankliche Aufteilung
- Basis-Einkommen (z. B. Global X SuperDividend A3DEKS, Covered-Call-ETFs, Dividenden-ETFs): ca. 50 % des Dividendendepots.
- High-Yield-Satelliten (z. B. PSEC, MPCC, weitere BDCs/REITs): ca. 50 % des Dividendendepots.
Die Basis-Schicht liefert relativ planbare Ausschüttungen, ist aber trotzdem nicht risikofrei.
Die Satelliten-Schicht zielt bewusst auf höhere Renditen, trägt aber die größere Schwankung und das höhere Kürzungsrisiko.
Warum das nur ein Beispiel ist
Jeder Anleger hat ein anderes Risikoprofil, eine andere Steuer-Situation und andere Ziele.
Manche können mit 30 % Kursrückgang leben, andere schlafen dann nicht mehr ruhig.
Deshalb ist dieses Setup nur eine Skizze, wie ich selbst über ein einkommensorientiertes Depot nachdenke – nicht mehr und nicht weniger.
Risiken, Steuer und worauf einkommensorientierte Anleger achten sollten
Wer einkommensorientiert investiert, darf sich von hohen Prozentzahlen nicht blenden lassen.
Eine zweistellige Dividendenrendite ist fast immer ein Warnsignal, dass irgendwo ein erhebliches Risiko versteckt ist – zum Beispiel im Geschäftsmodell, in der Bilanz oder im Zyklus der Branche.
Dividenden können jederzeit gekürzt oder gestrichen werden, und der Kurs kann parallel deutlich einbrechen.
Auch steuerliche Aspekte spielen eine Rolle:
In Deutschland sind Dividenden grundsätzlich steuerpflichtig, ausländische Quellensteuern, Freistellungsauftrag und individuelle Situation müssen mitgedacht werden.
Wer hier größere Summen bewegt, sollte sich im Zweifel fachkundigen Rat holen.
Aus meiner Sicht sind für einkommensorientierte Anleger vor allem drei Punkte wichtig:
- Kein blinder Rendite-Hinterherlauf – lieber Qualität vor maximaler Prozentzahl.
- Bewusste Mischung aus Basis-Einkommen und High-Yield-Satelliten.
- Laufendes Monitoring der Dividendenhistorie, Ausschüttungsquoten und Geschäftsmodelle.
Disclaimer und Kontakt
Wichtiger Hinweis (Disclaimer):
Dieser Artikel stellt ausschließlich meine persönliche Meinung und ein beispielhaftes Muster-Setup dar.
Er ist weder Anlageberatung noch Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Alle Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengestellt, können aber Fehler enthalten oder sich mit der Zeit ändern.
Investitionen in Aktien, ETFs, BDCs und andere Wertpapiere sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.
Triff deine Anlageentscheidungen immer eigenverantwortlich und informiere dich zusätzlich aus mehreren unabhängigen Quellen.
Bei Unsicherheit oder großen Beträgen kann die Konsultation eines unabhängigen Finanzberaters sinnvoll sein.
Wenn du Fragen zu diesem Artikel oder zu meinem Muster-Setup hast oder dich einfach austauschen möchtest:
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