Seltene Ansichtskarte Thun 1923: „Wandgemälde im Bahnhof Thun“ von Werner Engel mit Weidling & SBB-Vers

Eine seltene Ansichtskarte aus Thun, die gleich mehrere Sammelgebiete auf einem einzigen Stück Papier vereint – das ist selten. Diese gelaufene Postkarte aus dem Jahr 1923 zeigt das „Wandgemälde im Bahnhof Thun“ von Werner Engel: einen traditionellen Weidling vor der Silhouette von Schloss Thun, ergänzt um einen humorvollen Mundart-Vers zur SBB-Elektrifizierung und eine philatelistisch reizvolle Helvetia-Mischfrankatur.

Für Sammler steckt hier echter Wert: Kunst, Eisenbahngeschichte, Philatelie und ein persönlicher Familienbrief nach Paris treffen in einem authentischen Zeitdokument aufeinander. Wir schauen uns diese historische Postkarte genau an – vom Motiv über den Vers bis zur Frankatur.

Warum diese seltene Ansichtskarte aus der Schweiz besonders ist

Der besondere Reiz liegt darin, dass diese Karte mehrere Themen zugleich bedient. Genau das macht sie für unterschiedliche Sammelgebiete wertvoll:

  • Kunstmotiv: farbige Reproduktion eines Wandgemäldes von Werner Engel
  • Eisenbahngeschichte: Mundart-Vers zur SBB-Elektrifizierung
  • Verlagsbezug: Druck und Verlag der Buchdruckerei W. Stämpfli, Thun
  • Philatelie: Helvetia-Mischfrankatur mit Bahnhofsstempel
  • Postgeschichte: dokumentierter Laufweg von Thun nach Paris

Kurz gesagt: Hier trifft Regionalgeschichte auf Verkehrsgeschichte – festgehalten in einem seltenen, authentischen Zeitdokument von 1923.

Das Motiv der Ansichtskarte Thun – ein Blick auf die Vorderseite

Die Vorderseite zeigt eine farbige Reproduktion des Wandgemäldes aus dem Bahnhof Thun, gefasst in einem großen, halbrunden Bogenfeld mit weißem Rand. Das Bild erzählt eine kleine Szene aus vergangener Zeit.

Der Weidling auf dem Thunersee und seine Passagiere

Im Zentrum gleitet ein langer, flachbodiger Holzkahn – ein Weidling – von links nach rechts über das Wasser. An Bord tummelt sich eine bunt gemischte Gesellschaft:

  • ein Ruderer im violetten Mantel am Heck
  • Männer in roten und grünen Jacken
  • sitzende Frauen mit Kopftuch und ein Korb voller roter Äpfel
  • ein Mann mit Fass sowie Kinder unter einem kleinen Sonnendach
  • dicht gedrängtes Vieh: eine weiße Ziege, eine braune Ziege und eine rotbraun gefleckte Kuh

Am linken Ufer sitzt entspannt ein Mann mit Strohhut und sieht dem Boot nach – ein netter Ruhepunkt in einer lebhaften Szene.

Thun und Schloss Thun im Hintergrund

Hinter dem Weidling erhebt sich die stilisierte Silhouette der Stadt Thun vor einem warmen, goldgelben Himmel. Links auf dem Hügel thront das mehrtürmige Schloss Thun, dazu rotbedachte Häuser, Türme und Wehrmauern. Grünes Laub säumt das Ufer, und im Mittelgrund zieht ein kleines gelbes Boot mit einem einzelnen Ruderer vorbei.

Der Mundart-Vers zur SBB-Elektrifizierung

Rechts neben dem Bild steht ein Schweizerdeutscher Mundart-Vers:

„Si mer ächt bas, / das me cha fahre / elektrisch mit der SBB / als so wi die / vor hundert Jahre / im Weidlig / zäme mit em Veh?“

Sinngemäß bedeutet das: „Sind wir nicht besser dran, dass man elektrisch mit der SBB fahren kann, als so wie die vor hundert Jahren im Weidling zusammen mit dem Vieh?“ Ein humorvoller, augenzwinkernder Kontrast zwischen alter und moderner Fortbewegung – genau das macht den Charme dieser Karte aus.

Die Bildunterschrift unten links nennt zudem Herkunft und Verlag: „Wandgemälde im Bahnhof Thun von Werner Engel. Druck und Verlag der Buchdruckerei W. Stämpfli, Thun“.

Die Rückseite – handschriftlicher Brief, Marken und Stempel

Die Rückseite ist klassisch zweigeteilt: links der Mitteilungsteil, rechts der Adressteil. So wird aus der Kunstkarte ein echtes persönliches Dokument.

Der handschriftliche Brief nach Paris

Datiert auf den 10. Juli 1923, schreibt eine Schwester in dunkler Tinte an ihren Bruder. Sinngemäß bedankt sie sich für zugesandte Karten, spricht die große Hitze in Paris an und fragt, wann er heimzukommen gedenkt. Sie erwähnt den Beginn der eigenen Ferien und den Wunsch, gemeinsam etwas zu unternehmen.

Adressiert ist die Karte an:

  • Monsieur V. Beetschen
  • rue d’Hauteville 43
  • Paris X (10. Arrondissement)

Diese persönliche Handschrift verleiht der Karte eine echte Provenienzgeschichte und macht sie zu einem lebendigen Zeugnis des Familienlebens zwischen der Schweiz und Frankreich in den 1920er-Jahren.

Hinweis: Der handschriftliche Text wird nur so wiedergegeben, wie er erkennbar ist. Einzelne Wörter der alten deutschen Schreibschrift können abweichend gelesen werden.

Die Helvetia-Briefmarken als Mischfrankatur

Frankiert ist die Karte mit zwei unterschiedlichen Helvetia-Marken:

  • 5 Centimes (orangerot): Motiv Tellknabe mit Armbrust (Sohn Wilhelm Tells)
  • 20 Centimes (violett): Motiv Wilhelm-Tell-Porträt (Büste)

Eine solche Mischfrankatur aus zwei verschiedenen Werten und Motiven ist philatelistisch reizvoller als eine einzelne Marke – ein klares Plus für Sammler von Helvetia-Briefmarken.

Der Poststempel „THUN BAHNHOF“

Über beide Marken liegt ein schwarzer Kreisstempel mit der Aufschrift „THUN BAHNHOF“, datiert auf den 5. VII. 23 (5. Juli 1923). Dass ausgerechnet ein Bahnhofsstempel auf einer Karte mit Eisenbahn-Vers sitzt, passt thematisch perfekt zusammen.

Hinweis: Briefmarken und Stempel werden nur so wiedergegeben, wie sie erkennbar sind.

Verlag Stämpfli und Künstler Werner Engel

Herausgegeben wurde die Karte von der Buchdruckerei W. Stämpfli in Thun. Der Verlagsvermerk erscheint sowohl auf der Bildseite („Druck und Verlag der Buchdruckerei W. Stämpfli, Thun“) als auch senkrecht an der Trennlinie der Rückseite. Zusammen mit der Künstlerangabe zu Werner Engel ergibt sich ein aussagekräftiges Bestimmungsmerkmal für Thun-, Schweiz- und Verlagssammler.

Historischer Hintergrund der Thun-Karte von 1923

Um den Charme dieser seltenen Ansichtskarte voll zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick auf die Geschichte hinter dem Motiv.

Der Weidling – ein traditioneller Schweizer Kahn

Der Weidling ist ein flachbodiger Holzkahn, der über Jahrhunderte Menschen, Waren und Vieh auf Seen und Flüssen transportierte. Er steht für eine Zeit, in der die Fortbewegung über das Wasser langsam, eng und beschwerlich war – ein starker Kontrast zur modernen Mobilität.

Werner Engel und das Wandgemälde im Bahnhof Thun

Das abgebildete Wandgemälde stammt vom Künstler Werner Engel und schmückte den Bahnhof Thun. Es zeigt die historische Fahrt im Weidling und wurde – zusammen mit dem humorvollen Mundart-Vers – zu einem beliebten regionalen Bildmotiv, das den Fortschritt der Bahn feiert.

Die SBB-Elektrifizierung als Meilenstein

Der Vers spielt auf die Elektrifizierung des Schweizer Bahnnetzes durch die SBB (Schweizerische Bundesbahnen) an. Nach dem Ersten Weltkrieg trieb die Schweiz den Umstieg von der Dampf- auf die elektrische Traktion energisch voran – ein Meilenstein der Schweizer Verkehrsgeschichte, der hier augenzwinkernd gewürdigt wird.

Postgeschichtlicher Kontext 1923

Aufgegeben am 5. Juli 1923 am Bahnhof Thun, reiste die Karte nach Paris. Der dokumentierte Laufweg von der Schweiz nach Frankreich sowie die Helvetia-Mischfrankatur mit Bahnhofsstempel erhöhen den postgeschichtlichen und philatelistischen Reiz zusätzlich.

Details der Ansichtskarte auf einen Blick

Merkmal Information
Motiv „Wandgemälde im Bahnhof Thun“ von Werner Engel (Weidling auf dem See)
Region Thun, Berner Oberland, Schweiz
Datierung 5./10. Juli 1923 (Poststempel/Handschrift)
Kartenart farbige Kunst-Ansichtskarte, bogenförmiges Bildfeld
Verlag Buchdruckerei W. Stämpfli, Thun
Künstler Werner Engel
Bilddetails Weidling, Passagiere, Vieh, Schloss Thun, Stadtsilhouette
Text Schweizerdeutscher Mundart-Vers zur SBB
Handschrift deutscher Brief einer Schwester
Empfänger Monsieur V. Beetschen, rue d’Hauteville 43, Paris X
Briefmarken Mischfrankatur Helvetia 5c (orangerot) + 20c (violett)
Poststempel „THUN BAHNHOF“, 5. VII. 23
Postalischer Zustand gelaufen

Für diese Sammler ist die Karte besonders interessant

Weil diese seltene Ansichtskarte so viele Themen vereint, spricht sie unterschiedliche Sammelgebiete an:

  • Thun- und Berner-Oberland-Sammler (Schloss Thun, Stadtansichten)
  • Schweiz-Sammler (Regionalgeschichte, Mundart)
  • Eisenbahn- und SBB-Sammler (Elektrifizierung, Bahnhof Thun)
  • Kunst- und Wandgemälde-Sammler (Werner Engel)
  • Schiffs- und Weidling-Sammler (traditionelle Binnenschifffahrt)
  • Philatelisten (Helvetia-Marken, Mischfrankatur, Bahnhofsstempel)
  • Poststempel- und Laufweg-Sammler (Thun Bahnhof → Frankreich)
  • Verlagssammler (W. Stämpfli, Thun)
  • Sammler handschriftlicher Belege (persönlicher deutscher Brief)

Zustand – ehrlich beschrieben

Angeboten wird ein echtes Vintage-Sammlerstück mit altersgemäßer Patina. Das solltest du wissen:

  • gelaufen – mit Helvetia-Mischfrankatur, Bahnhofsstempel und handschriftlichem Brief, datiert 1923
  • gealtertes Papier/Karton mit zeittypischer Oberfläche
  • leichte Verfärbungen bzw. Vergilbung altersbedingt möglich
  • weiche bzw. leicht bestoßene Ecken und leichte Randabnutzung durch Handhabung möglich
  • leichte Alters- und Lagerspuren möglich; vereinzelt feine Sprenkelungen (Stockflecken)
  • kleine Bleistiftnotiz („3“) oben rechts sichtbar
  • im Übrigen intakt und ohne grobe Beschädigungen
  • gut erkennbares, farbiges Motiv auf der Vorderseite; klare Handschrift auf der Rückseite

Bitte beachten: Die Fotos sind Bestandteil der Zustandsbeschreibung und zeigen das Original, das du erhältst. Farbabweichungen können durch Beleuchtung und Bildschirm entstehen. Weitere Detailfotos senden wir gerne auf Anfrage.

Fazit: Ein seltenes Stück Schweizer Zeitgeschichte für deine Sammlung

Diese Ansichtskarte ist weit mehr als ein hübsches Motiv. Sie verbindet Kunst, Eisenbahngeschichte, Philatelie und einen persönlichen Familienbrief zu einem authentischen Zeitdokument aus dem Jahr 1923. Wer Thun, die SBB-Elektrifizierung oder Schweizer Verlagskarten sammelt, findet hier ein seltenes Stück mit echter Geschichte – und genau diese Kombination macht den besonderen Sammlerwert aus.

Sichere dir diese seltene Ansichtskarte: Passt dieses Sammlerstück in deine Kollektion? Sieh dir die Detailfotos an, prüfe die Merkmale in Ruhe und greif zu, bevor diese historische Postkarte in eine andere Sammlung wandert. Du brauchst weitere Aufnahmen? Fordere jetzt zusätzliche Detailfotos an – wir senden sie dir gerne zu.

Disclaimer: Dieser Beitrag beschreibt ein einzelnes Sammlerstück und dient ausschließlich Informationszwecken. Angaben zu Motiv, Handschrift, Marken und Stempeln erfolgen nach bestem Wissen und nur so, wie sie erkennbar sind. Der Beitrag stellt keine verbindliche Wertschätzung und keine Rechtsberatung dar.

 

Von Igor Adolph

Igor Adolph ist Unternehmer, Blogger, Buchautor und E-Commerce-Experte aus Mülheim an der Ruhr. Auf Datenstaubsauger.de schreibt er über Kryptowährungen, Wasserstofftechnologie, Domainhandel und neue Geschäftsmodelle – klar erklärt und immer nah an den Trends von morgen. Als ehemaliger Geschäftsführer der e-Trado GmbH verbindet er langjährige Praxiserfahrung mit einem sicheren Gespür für digitale Entwicklungen. Neben seinen Beiträgen zu digitalen Themen veröffentlicht er auch sorgfältig recherchierte Texte zu historischen Ansichtskarten. Diese Beschreibungen entstehen auf Basis intensiver Recherche und mit Unterstützung moderner Werkzeuge, um historische Details möglichst präzise und nachvollziehbar aufzubereiten. Gerade bei alten Schriftformen, fremdsprachigen Notizen, Stempeln und Datierungen sind dennoch unterschiedliche Deutungen oder kleine Fehler nicht immer auszuschließen. Fragen, Anregungen oder ein spannendes Projekt? Igor ist über LinkedIn erreichbar und nimmt dort auch gerne Ansichtskarten und Pitches entgegen: Igor Adolph auf LinkedIn.

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